Postgeschichtliches aus dem Fricktal
von Peter Suter
Das Postregal in den vorderösterreichischen Landen wurde per 1.April 1777
von der Dynastie Thurn und Taxis zunächst auf 20 Jahre gepachtet. Die ersten
Postkurse führten von Basel über Rheinfelden, Mumpf, Säckingen, Laufenburg
nach Schaffhausen. Während der Helvetik erfolgte eine Zentralisierung
des Postwesens, ohne dass sich die Verbindungen verbesserten. Nach der
Gründung des Kantons Aargau 1803 beanspruchten die Herren von Thurn
und Taxis wieder ihr altes Postrecht. Erst ab 1808 konnte die Aargauer
Regierung das Postregal selbst ausüben.
Damals bestanden nur die Poststellen in Laufenburg, Stein und Rheinfelden.
Zuerst wurde ein Postkurs von Basel über Frick, Brugg nach Zürich eingerichtet.
Dazu gab es einen Fussbotenkurs von Frick über die Staffelegg nach
Aarau. 1827 wurde in Frick ein Postbüro eröffnet. Ab 1833 verkehrten in den
Tälern Fussbotendienste, diese lieferten die Post meist auf den Pfarrämtern
oder beim Gemeindeschreiber ab. In der Folge erhielten Möhlin, Mumpf und
Mettau eine Ablage, 1840 folgte Kaiseraugst, 1847 Herznach.
Mit der Uebernahme der Post durch den Bund im Jahre 1848 erlebte das
Postwesen seinen grossen Aufschwung. Zwischen 1852 und 1855 erhielten
praktisch alle Gemeinden eine Postablage, welche meist durch einen Gastwirt,
Lehrer oder Gemeindeschreiber geführt wurde. Deren Jahresbesoldungen
lagen zwischen 60 und ca.l60 Franken. Die Postauswechslung erfolgte bei
den kleinen Ablagen meist durch Fussboten, oder der Ablagehalter musste
die Post täglich beim übergeordneten Postamt auswechseln und gleichzeitig
im Dorf austragen. Die Arbeitsbelastung nahm mit der Eröffnung der Bözbergbahn
und der Linie Stein-Koblenz stark zu. Fussboten wurden durch Fuhrwerke ersetzt.
Bis 1833 besassen alle Poststellen einen Stabstempel. Dieser wurde in den
grossen Postämtern durch den in Frankreich hergestellten grossen
Zier-Zweikreisstempel ersetzt. Später kam dann der Fingerhutstempel. Bei den
Postablagen folgte dem Stabstempel meist der Zwergstempel, beim Aufstieg
zum Postbüro dann ebenfalls der Fingerhutstempel. Rheinfelden, Mumpf
und Laufenburg erhielten als erste einen Ortswerbe- oder Kurortsstempel,
mit dem sie Werbung für ihre Gemeinde machen konnten.
Besass das Fricktal noch vor Jahren ein gut ausgebautes Poststellennetz, so
sind heute ganze Talschaften wie das Mettauertal von der Schliessung ihrer
Poststellen bedroht.
Nachfolgend einige Belege aus meiner Sammlung:
Brief bis 1/2 Loth im ersten Briefkreis
mit Stabstempel Herznach auf 15II
Brief bis 1/2 Loth im zweiten Briefkreis mit blauer Aargauer Raute
und nebenstehendem Zweikreisstempel von Laufenburg, auf 16II
Brief von 1/2 bis 1 Loth im zweiten Briefkreis mit Fingerhutstempel
von Frick auf Nr. 20
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